Beachhandballtunier Cuxhaven – 26/27. August der weiblichen Jugend E

Die erste und zweite Horneburger E-Jugend-Mannschaft (w) zogen los, um das traditionelle Beachhandballtunier in Cuxhaven zu erleben. Und, so viel sei vorweggenommen, ein Erlebnis wurde es!

Viele Teams waren bereits am Vortag angereist und so sahen wir zur Begrüßung zwischen dem Deich dutzende Zelte in allen Farben und Ausgestaltungen. Unser Claim war bereits abgesteckt und der Kampf mit den Zelten und um die Schlafplätze konnte beginnen.

Um 11.30 Uhr stand das erste Spiel der ersten Mannschaft an. Der TSV Daverden bat zum Tanz und die Aufregung war groß. Wie würde man sich verkaufen? Wie gut wären die anderen Mannschaften auf die Besonderheiten des Beachhandballs vorbereitet? Die bisherige Vorbereitung hatte mit einer (der Höhe und Art nach) schmerzhaften Niederlage gegen den BSV I begonnen. Das anschließende intensive Training der Handlungsschnelligkeit hatte immerhin zum Tuniersieg beim Rasentunier in Fredenbeck geführt.

Die Vorrunde wurde zum lockeren Schaulaufen. Es wurde auf zwei „Gewinnspiele“ a 10 Minuten gespielt und die VFL-Mädels gewannen 8:2 und 6:2 gegen den TSV Daverden sowie 14:4 und 11:7 gegen die Lister Krabben. Gegen die Little Swans II (Neuenkirchen) konnte man sich sogar erlauben zum Ende des zweiten Spiels eine Spielerin draußen zu lassen. Das sah dann schon ausgeglichener aus, wenn 4 kleine Swans auf die beiden Feldspieler des VFL trafen. Tore ließen unsere Torhüter trotzdem nicht zu. Das 12:2 und 9:0 war deutlich.

An diesem ersten Tag überzeugte, neben der starken Tunierleitung und heftigen Wetterkapriolen inklusive Hagel, die gesamte Horneburger Mannschaft. Disziplinierte Wechsel (das A und O beim Beachhandball), zwei Torhüter auf der Höhe des Spiels und eine starke geschlossene Mannschaftsleistung, in der jede Horneburgerin Ihren Teil beitragen konnte waren beindruckend.

Der Tag klang mit Schwimmen im Meerwasserwellenbad und Pizza im Sonnenuntergang aus.

Wetterbedingt wurden am nächsten Tag die Spiele leider auf 2 mal 7 Minuten gekürzt. Bei Unentschieden ging es direkt ins Stechen. Dem Viertelfinale gegen Schaumburg sah man mit einer gewissen Vorfreude entgegen. Körperlich waren die Mädels überlegen und der Vortag hatte Selbstvertrauen gegeben. Jedoch ist Überheblichkeit der sicherste Weg zum Scheitern. In den ersten sieben Minuten fanden die Mädels zu keinem Zeitpunkt zu ihrer Normalform. Beide Torhüterinnen waren scheinbar überrascht, dass der Gegner hart werfen kann. Die noch am Vortag überragende Handlungsschnelligkeit war erkennbar der (kurzen?) Nacht im Zelt zum Opfer gefallen und der Schock über die heftige 3:8 Niederlage war so manchem Gesicht anzusehen. Sophia hatte ihre Normalform über die Nacht retten können und zwei der drei Horneburger Tore geworden.

Das Rückspiel begann mit dem 0:1. Es war ein guter Zeitpunkt Charakter zu zeigen. Und die auf dem Platz zeigten Charakter! Mila traf zum 1:1 und zum 2:2. Matilda riskierte es aus dem Tor zu kommen und der Treffer (von Torfrauen) zählte doppelt. 4:2. Die gegnerische Torfrau konterte zum 4:4, doch jetzt war Horneburg wieder im Flo. Die Abwehr stand, der Einsatz stimmte und drei (!) Fernwürfe (2 x Mila, 1 x Emma) ins Tor neben einem schönem Sprungwurf (Emma) führten zum klaren 8:4.

Das anschließende Shoot Out sah nach einer eindeutigen Angelegenheit aus. Alle drei Horneburger Schützinnen verwandelten ihren Ball, Schaumburg hatte nur einen Treffer aus zwei Versuchen. Dann kam die vielleicht kleinste und doch grossartige Schaumburgerin aufs Feld und verwandelte Ihren Wurf mit einem davorgesetztem Rad. 2 Punkte für Schaumburg. Der Jubel der Schaumburger war unbeschreiblich, ähnlich wie das Entsezten auf Horneburger Seite. Niemand von uns kannte diese Regel oder hätte sich auch nur vorstellen können, dass es so etwas gibt. 3 weitere Bälle, wieder 3 Treffer auf Horneburger Seite, wieder die kleine Schaumburgerin, wieder das Rad… genau auf Frau… gehalten! Horneburg ist völlig verdient im Halbfinale.

Gegen die zweite Mannschaft aus Neuenkirchen hatte man noch auf eine Spielerin verzichten können. Gegen die großen Swans im Halbfinale war damit nicht zu rechnen. Tatsächlich erwiesen sich die Neuenkirchener als eine Nummer zu groß. Der spätere Tuniersieger konnte sich diverse verworfene 2-Punkte-Würfe (Dreher) leisten und gewann dennoch ungefährdet mit 3:7 und 4:7. Auf Horneburger Seite fiel auf, dass unter Druck die Wechsel nicht mehr ganz so klappten und das Spiel zwar nominell breit gezogen wurde, aber der Ball nur an wenige Spielerinnen gegeben wurde. Damit war man zu ausrechenbar. Die Torwartfrauen konnten den Bonus für 2 Punkte pro Tor auch nur sehr begrenzt zur Ergebniskorrektur verwenden.

Das anschließende Spiel um Platz 3 gegen Verden Aller wurde zur Rettung des Spielplans auf zweimal 5 Minuten runtergekürzt. Das machte aus der Angelegenheit eine Art Glücksspiel. Und das Glück hieß dieses mal Philena. Die großgewachsene Horneburgerin wurde im Feld eingesetzt und warf alle (!) Tore des ersten Spiel. Horneburg: 3, Verden: 0.

Die zweite Halbzeit ging auch an Horneburg. Dank Torfrau Emma und das Glück auf unserer Seite, dass es nicht mehr zu einem Stechen kam.

Platz 3 in einem stark besetztem Tunier ist aller Ehren wert und es hat allen viel Spass gemacht. Selbst die zweite Mannschaft Horneburgs hatte noch ihr Erfolgserlebnis. Im Platzierungspiel wurde das erste Spiel gewonnen!

Maik Geduhn

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